Ätherische Öle

Was können Düfte und ätherische Öle?  

 

Liebe Leserinnen und Leser,
ist Ihnen das auch schon mal passiert, dass Sie bei einem bestimmten Geruch Erinnerungen haben? Wenn ich den Duft von Zimt wahrnehme, erinnere ich mich an die Küche meiner Mutter, wie sie mich als Kind mit Milchreis und Zimt verwöhnte. Die Düfte von Rosen, Flieder und Lavendel verbinde ich mit schönen Abenden im Garten. Bereits früh lernen Kinder die gesundheitlichen wohltuenden Effekte von ätherischen Ölen kennen, wenn ihre Eltern ihnen den Rücken mit Erkältungsbalsam einreiben.

 

Der menschliche Riechsinn Ätherische Öle steigen mit der Atemluft in die Nase, dort docken sie an Duftrezeptoren an und schicken eine Botschaft direkt ins Gehirn zum limbischen System. Düfte können Erinnerungen und Gefühle wecken, sie können entspannend oder auch anregend wirken. Das Duftgedächtnis ist beim Menschen sehr präzise und besser ausgeprägt als das Bildgedächtnis.

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind leicht flüchtige und stark aromatische Verbindungen, die die Pflanze zu ihrem Schutz bildet, zum Beispiel vor Hitze, Kälte, Parasiten und Bakterien. Es gibt derzeit über 800 bekannte Inhaltsstoffe. Die einzelnen ätherischen Öle werden durch Kaltpressung, wie die Zitrusöle, oder der Wasserdampfdestillation, wie für das wertvolle Rosenöl, gewonnen.

Jedes ätherische Öl einer Pflanze hat immer eine komplexe Zusammensetzung mit einer enormen Vielzahl von Inhaltsstoffen. Lavendelöl zum Beispiel hat ca. 170 unterschiedliche Einzelkomponenten. Deren unterschiedliche Wirkmechanismen bedingen die große Bandbreite der therapeutischen Möglichkeiten und vermitteln teilweise den Eindruck eines Allheilmittels.

Wirkungen von ätherischen Ölen

Ätherische Öle wirken auf Körper, Geist und Seele. Die zugrundeliegenden Heilmethoden sind bereits Jahrtausende alt, allerdings sind vor allem in den vergangenen Jahrzehnten in der wissenschaftlichen Literatur viele Studien erschienen, die ausgewählte Wirkungen beweisen. Insbesondere für ätherisches Lavendel- und Rosenöl ist die wissenschaftliche Datenlage groß.

Durch Aromatogramme auf mit Mikroorganismen befallenen Nährböden konnten einige Öle ein breites Wirkspektrum gegen Bakterien, Viren und Hautpilze aufzeigen. Unter anderem wurden die Öle von Zimt, Thymian rot und Teebaumöl als wirksam getestet.

Die Aromatherapie bietet zu den oben beschriebenen rein stofflichen Wirkungen wie die antivirale oder antibakterielle Aktivität, auch die Wirkung über den Geruchssinn. So können bestimmte Bereiche des Gehirns zur Bildung von Botenstoffen anregt werden. Bereits 0,2 Sekunden nach dem Auftreffen der Duftmoleküle auf die Riechhärchen der Nasenschleimhaut treten mögliche Reaktionen ein.

Wirkungen auf das Wohlgefühl, zur körperlichen und seelischen Entspannung und zur Steigerung der Konzentration können zum Beispiel erreicht werden.

In ausgewählten therapeutischen Einrichtungen werden Düfte beispielsweise begleitend zur ärztlichen Therapie eingesetzt, unter anderem bei geistiger Erschöpfung, Ängsten und Depressionen.

Um unter Umständen Nebenwirkungen durch die  hochwirksamen ätherischen Öle auszuschließen, bedürfen diese einer geschulten Beratung.

Was ist Aromatherapie?

Aromatherapie ist nicht nur Therapie durch Aroma, also mit Düften. Sie ist Therapie mit rein pflanzlichen ätherischen und fetten Ölen, sowie Hydrolaten (Pflanzenwässer). Die Aromatherapie ist ein Teilgebiet der Naturmedizin (Phytomedizin) und zählt somit zu den wichtigen pharmazeutischen Themen. Bei dem Begriff Aromatherapie handelt es sich also nicht nur um eine Anwendung von Aromastoffen für die Aufnahme durch die Nase, sondern um den Einsatz von ätherischen Ölen zur Verwendung auf der Haut, über den Geruchsinn und auf die inneren Organe.  Zum Oberbegriff Aromatherapie gehören neben der medizinischen Aromatherapie auch die Aromakosmetik, die Aromaparfümerie und die Aromaküche. Auch die Anwendung in der privaten Hausmedizin (z.B. als aromatische Hausapotheke), in der Kosmetik und im Wellnessbereich ist möglich. Zu den pflanzlichen Produkten der Aromatherapie zählen sowohl ätherische Öle, fette Öle, Mazerate, als auch Hydrolate und Pflanzenwässer.

Die Medizin hat bereits die große Potenz der Aromatherapie entdeckt. Es gibt derzeit über 2500 registrierte Arzneimittel mit Wirkstoffen aus dem Bereich Aromatherapie.

Neu in ihrer Tresckow-Apotheke

Seit einigen Wochen halten wir für Sie eine große Auswahl an ätherischen Einzelölen und fertigen Mischungen der Firma Taoasis vorrätig. Diese zeichnet sich durch ihre besondere Qualität aus. Auf jeder Flasche der Einzelöle befindet sich eine Volldeklaration mit unter anderem dem Ursprungsland, dem Gewinnungsverfahren und der Anbauqualität. Es werden ausschließlich rein pflanzliche Rohstoffe verwendet, also keine naturidentischen oder synthetischen Stoffe. Darüber hinaus enthalten die meisten Öle das Biosiegel.

Gern beraten wir Sie über die Praxis mit ätherischen Ölen, von der Erstellung über die Dosierung bis zu den Anwendungs- und Applikationsformen der einzelnen Öle, den diversen Mischungen oder Fertigarzneimittel.

Als Tipp zur Adventszeit, zum Beispiel als Geschenkidee, empfehlen wir Ihnen unsere wohlriechenden Wintermischungen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre Apothekerin Dr. Doreen Heymann

Erschienen im Ratgeber: Dezember 2017

 

 

 *Literaturangaben finden Sie beim Autor

 

 

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Bei Arzneimitteln: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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